Fairy Freitag | Farbberatung: Das Leben ist bunt

Willkommen im Wochenende, liebe Fairies und Freunde!

Heute möchte ich euch ein kleines Geheimnis über Farben verraten und wieder einmal ist das Zauberwort: Balance.

Vor einer Weile hatte ich einen Mitbewohner, der eine Ausbildung zum Farb- und Stilberater absolviert hat. Nachdem sich sowas allerdings schwer aus Büchern lernen lässt, sondern viel besser am lebenden Objekt, hat er ein Versuchskaninchen gesucht und schon war ich natürlich enthusiastisch zur Stelle. Um mein eigenes Geld hätte ich mir so eine Beratung mit relativ hoher Sicherheit mein Leben lang gespart, aber ein, zwei Stunden meiner Zeit an einem Montagabend war ich durchaus bereit zu investieren.

Die Prozedur der Farbbestimmung

Ich war davor relativ unsicher was mich erwarten würde und hatte nur den Auftrag bekommen, möglichst so zu erscheinen wie ich normalerweise angezogen, geschminkt oder frisiert bin – in meinem Fall: unkompliziert, gar nicht, unkompliziert bis gar nicht. Am Ort des Spektakels angekommen wurde ich – genau wie die zahlreichen andern Freiwilligen – vorgestellt und die zukünftigen Profis durften mit der Farbbestimmung loslegen. Vorstellen kann man sich das etwa so: man sitzt auf einem Drehstuhl vor einem Spiegel der so hell beleuchtet ist, dass man jede Pore, jede Unebenheit und jedes Pünktchen sofort erkennt. Dahinter oder besser gesagt rundherum steht der Farbberater mit einer Menge an farbigen Tüchern, die er einem immer wieder ans Gesicht hält. Das passiert immer in Zweierpaaren um zu sehen, welche Farbe besser passt: rosa oder orange, gold oder silber…

Die Diagnose: Langer, kalter Winter

Aus der Farbbestimmung mittels Tuch, aus Fragen zur natürlichen Haarfarbe und aus weiteren Beobachtungen ergibt sich dann ein Farbtyp, der einer Jahreszeit zugehörig ist, also Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. Je nachdem haben sich im Lauf der Jahre offenbar auch Leute ausgedacht, was man am besten anzieht (oder eben lieber im Schrank hängen lässt oder gleich gar nicht kauft) oder welche Haar- und Make Up Farben geeignet sind. Meinem Wintertyp (Geheimnis gelüftet) schreibt man klare, aber kühle Farben zu, einen klassischen bis leicht opulenten Stil, silbernen Schmuck, eher Rosa als Orange und ja keine Erd- oder Rösttöne.

Diese Diagnose war für mich nicht wirklich zufriedenstellend. Helle Haut, dunkle Haare und dunkle Augen hin oder her, ich konnte weder mit einigen der Farben etwas anfangen, noch fand ich es toll, dass mir auch schwarz und weiß angeblich gut stehen würden. Wie langweilig, dachte ich. Und elegant bis opulent-auffällig ist auch nicht so wirklich mein Ding. Dafür liebe ich doch warme orangefarbene Töne und herbstliche Rostfarben. Und nun wurde mir gesagt, dass ich die auf keinen Fall in meinem Gewand, meinem Make Up oder meinen Accessories verwenden sollte. Das einzige, womit ich mich anfreunden konnte, war dass der Wintertyp Kontraste bringen kann – das trifft zumindest auf meinen Charakter durchaus zu, dachte ich mir.

Das Kleingedruckte: Balance

Ein wenig desillusioniert schritt ich zu Runde zwei: die Beratung durch eine weitere Person, die einen nicht kennt. Für die angehenden Berater noch ein wenig mehr Übung, für mich die leise Hoffnung, vielleicht doch einem anderen Typ zugeordnet zu werden.

Der Ablauf war der gleiche, das Ergebnis auch. Eh klar eigentlich. Doch dann bin ich mit der Dame ins Plaudern gekommen. Warum sie die Ausbildung eigentlich macht, was sie denn selber für ein Typ sei, welche Farben man ihr nahelegt, welche sie gern hat.

Es hat sich herausgestellt, die Dame war ein Herbsttyp und somit bestens geeignet für die Farben, die ich so gerne selber tragen wollte. Als ich somit gemeint hab, dass ich sie richtig beneide um ihren Typ und dass ich meine Farben gar nicht so gern hab und ihre dafür viel schöner finde, hat sie mir etwas mit auf den Weg gegeben, was man auf so viele Bereiche des Lebens umlegen kann, und alleine deshalb hat sich der Abend schon ausgezahlt: Balance.

Sie hat mir mit völliger Selbstverständlichkeit erklärt, dass es klar ist dass ich die andern Farben gerne mag, denn jeder Mensch braucht gewissermaßen alle Farben in seinem Leben. Sie hat mir geraten, einfach Bettwäsche, Badetücher, Blumen, Polsterbezüge, Bilder oder Wandfarben in den Farben zu halen, die mir in meiner Typ-Palette sozusagen fehlen.

Das erschien mir so wahnsinnig einleuchtend und sonnenklar, aber trotzdem hätte ich mich ohne diese wichtige Botschaft vermutlich noch länger über meinen Winter-Typ geärgert. Witziger Weise ist mir in dem Moment auch aufgefallen, wie unglaublich bunt, aber eher herbstlich, meine Einrichtung & Co sind. Dass meine Lieblingsblumen und Badetücher orange sind, dass mein Handycover aus Rosttönen besteht und meine Bilder pastellig sind.

Und die Moral von der Geschicht? Schubladen gibt es, aber schließen müssen wir sie nicht!

Wie alles im Leben kann man auch den Farbtyp eines Menschen natürlich wunderbar bestimmen und es mag Leute geben, denen damit manches leichter fällt. Dennoch sollte man sich nicht von einem simplen Testergebnis in eine Schublade stecken und einschränken lassen. So ein Ergebnis kann lediglich als Anhaltspunkt dienen, aber das wichtigste ist immer noch, dass man sich selbst wohl fühlt und sich gefällt.

Klettert also ruhig immer wieder aus den Schubladen raus und probiert einfach aus, was am besten zu euch passt. Kunterbunt ist das Leben halt doch am schönsten!


Was sind denn eure Lieblingsfarben?

Mit Liebe geschrieben – The Fairy Pales

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